Politisches Salzland

Aktuelle Diskussionen in der Region

Klar ist nichts!: Oberbürgermeisterwahl in Aschersleben am 15. März 2015

RathausEs war mit seiner medialen Vorbereitung, Organisation und dann doch recht strukturierten Verwirklichung wohl regional eine Novum: Das große öffentliche Kandidatenforum zur Oberbürgermeisterwahl am 15. März 2015 in Aschersleben gestern abend im Saal des Bestehornhauses.

Im gleißenden  Licht der Selbstdarstellung der Prätendenten ging da rasch unter, dass die Veranstaltung vor allem eine inhaltliche und logistische Leistung der beteiligten Medienpartner aus der Region im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Eine-Stadt war. Von Radio hbw bis zum SuperSonntag, dessen Geschäftsführer vor Ort offenbar das Publikumsmikrofon still und schweigend im Saal an den Mann bzw. die Frau brachte. Als Diener der Sache. Und mittenmang natürlich die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG.

Das Fazit der gut dreistündigen Veranstaltung im Aschersleber Bestehornhaus ist für den Beobachter ein ernüchterndes:  Das „Duell“ war nicht wirklich eines, der von der CDU nominierte Neu Königsauer Ortsbürgermeister Ralf Klar ist keine Alternative zum Amtsinhaber Andreas Michelmann.

Doch dank ihm haben die Aschersleber ja überhaupt erst eine Wahl! Und das ist doch mehr als bedenklich. Welche politische Kraft verfügt heute vor Ort über kommunale Konzepte und profilierte Persönlichkeiten, die eine bedenkenswerte Alternative zu Oberbürgermeister Michelmann bilden könnten? Wohlgemerkt zu ihm.

Keine. Niemand!

Ihm, Michelmann allein, denn die ihn tragende WIDAB, die Wählerinititative „Die Aschersleber Bürger“, funkelt doch auch nur noch müde, räkelt sich behäbig im Abglanz ihres Frontmanns.

Es wäre müßig, jetzt hier Einzelnes zu behandeln, was die Kandidaten bewegte. Doch legte Michelmann nach kurzer Aufwärmphase einen furiosen Auftritt aufs Parkett, sichtbar profitierend vom Wissenvorsprung um kommunalpolitische Zusammenhänge, Zwänge, Zahlen und Fakten, aber durchaus noch mit frischen Visionen, während sein Kontrahent zwar bemüht, aber eher müde, lustlos und nörgelnd wirkte. Es fehlte ihm einfach an jenem Enthusiasmus, den Michelmann großzügig und keine Kontroverse scheuend versprühte.  Nur dagegen oder anderer Meinung zu sein, ist einfach zuwenig.

Doch offenbarte das Forum auch ein Problem: 2022 wird kommen, dann ist wohl endgültig Schluß mit einer knapp 30-jährigen Amtszeit des jetzigen Aschersleber OBs, dessen Namen wohl einen historischen Platz in der Galerie der besten ersten Männer der Gartenschau-Stadt einehmen wird. Garantiert.

Dann ist ein Nachfolger mit Profil gefragt, der in sehr große Schuhe treten wird. Und niemand fragte gestern Michelmann, ob er sich etwas und, wenn ja, was er selbst sich vorgenommen hat, um einen Nachfolger mit Profil, einen poltiischen Erben im besten Sinne des Wortes, mit aufzubauen.

Doch halt: Wieso einen Nachfolger? Könnte es nicht auch eine Nachfolgerin, ja müsste es nicht gar eine Nachfolgerin sein ?

Denn gerade im Nachgang zum gestrigen Abend verfestigt sich doch das Gefühl, Aschersleben fehlt in manchem das Weibliche in der Kommunalpolitik.

Ja, die Redaktionsleiterin der MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG Kerstin Beier als Moderatorin des Abend, nicht nur hörbar, schön und gut, aber darf es davon nicht ein bißchen mehr sein?

Was meinen Sie?

 

3 Responses to “Klar ist nichts!: Oberbürgermeisterwahl in Aschersleben am 15. März 2015”

  • frankwagner sagt:

    1. Ich war nicht dabei, deswegen kann ich zum Inhalt nicht sagen. Aber zum Stil: Bitte solche Beiträge als Kommentar kennzeichnen. Denn als Artikel sollte man eine gewisse Distanz wahren:

    „30-jährigen Amtszeit des jetzigen Aschersleber OBs, dessen Namen wohl einen historischen Platz in der Galerie der besten ersten Männer der Gartenschau-Stadt einehmen wird“

    Hängt er dann neben GFM von Rundstedt?

    2. Die Aussage:

    „Denn gerade im Nachgang zum gestrigen Abend verfestigt sich doch das Gefühl, Aschersleben fehlt in manchem das Weibliche in der Kommunalpolitik.

    Ja, die Redaktionsleiterin der MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG Kerstin Beier als Moderatorin des Abend, nicht nur hörbar, schön und gut, aber darf es davon nicht ein bißchen mehr sein?“

    Das trieft geradezu vor versteckten Sexismus. Dass hat in einem journalistischen Beitrag eigentlich auch nichts zu suchen.!

    • Aktuelles sagt:

      POLITISCHES SALZLAND ist kein journalistischer Blog, keine Online-Plattform eines Printmediums, sondern ein Forum für Beobachtungen und Wahrnehmungen des politischen Geschehens im Salzlandkreis, besonders in Aschersleben und Umgebung.

      Berichterstattung unter der Überschrift „Überparteilich & Unabhängig“, noch dazu honorierte, muss anderen Orts stattfinden, wer das von POLITISCHES SALZLAND erwartet, hat sich verrirrt. Dieser Blog ist ausdrücklich eine Meinungsplattform.

      Gerd von Runstedt, 1875 in Aschersleben geboren, siedelte schon im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach Hannover um. Wir sehen ihn nicht als einen der „ersten Männer“ von Aschersleben. So wie Paul von Hindenburg kaum zujenen Persönlichkeiten gehören dürfte, die in Posen (Polen) als einer der „ersten Männer “ gilt.

      Unsere Bemerkungen zu Frau Beier galten ihrem Geschick als Moderatorin und ihrem politischen Gespür, einer politischen Weiblichkeit, von der Aschersleben mehr vertragen könnte. Leider wurden wir offenbar missverstanden. Bewusst?

  • […] Was den Autor in diesem Zusammenhang bewegt, war dem letzten Beitrag hier auf dieser Plattform zu en… […]


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Politisches Salzland

Eine regional- und kommunalpolitische Informations- und Kommunikationsplattform für den Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt).

Themenbereiche

 
April 2018
M D M D F S S
« Feb    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Wo Sie POLITISCHES SALZLAND noch finden ...