Politisches Salzland

Aktuelle Diskussionen in der Region

Weiter Stillstand oder ein neuer Aufbruch 2014? Hat die Agonie des Salzlandkreises begonnen?

Ja, man muss sich erst einmal an die eigene Nase fassen.

Auf dieser Plattform ist in der zweiten Jahreshälfte 2013 recht wenig geschrieben worden, es wurde nicht nur ruhig, sondern gar etwas gruselig.

Gab es keine Themen im „Politischen Salzland“, die nicht nur einer näheren Erörterung wert gewesen wären, sondern diese geradezu forderten?

Sicher? Möglicherweise?

Doch selbst, wenn man sich schier den Kopf zerbricht, Wichtiges, Interessantes oder gar Spektakuläres fällt einem nicht ein. Leere! Bedenkliche Leere!

Für das heute zu Ende gehende Jahr 2013 bleibt die Frage, ob der Salzlandkreis nicht schon der Vergangenheit anheim gefallen ist, bevor er je eine tragende Gegenwart und noch weniger eine sichere Zukunft hatte?

Wird im kommenden Frühjahr tatsächlich ein neuer Landrat gewählt oder sollte man ihn nicht in Wirklichkeit als Konkursverwalter betrachten?

Sicher, da gibt es so manchen, der aus unterschiedlichen öffentlichen, rechtlichen oder ganz privaten Gründen an der Chimäre festhalten will, der hiesige Betrachter aber sieht nur ein teures, zwangsbürokratisches Gebilde ohne Visionen, Selbstwertgefühl und Esprit.

Sollte man dem Salzlandkreis nicht die letzte Messe lesen, wohl wissend, dass das kommunale Kreiskonstrukt nur noch von fragwürdigen, politischen Vorgaben und scheinbaren ökonomischen Zwängen mühsam zusammen gehalten wird. Morsch und hohl wie manch alter Baum, gestützt von eisernen und genieteten Ringen?

Ja, aus hiesiger Sicht steckt unser Landkreis bereits in tiefer Agonie, zu keinem Zeitpunkt haben sich in seinen höchst unterschiedlichen Regionen die Bürger mit ihm als solchem identifiziert. Er erscheint heute mehr denn je als notwendiges Übel, Gebilde gesetzgeberischen Zwangs ohne Motivations- und Durchsetzungspotenzial.

So stellt sich buchstäblich am Vorabend des neuen Jahres die Frage, ob 2014 einen neuen kommunalpolitischen Aufbruch bringen kann und muss oder ob es ein weiteres verlorenes Jahr des außer Spesen nichts Gewesenen wird.

Natürlich, es gibt Zwänge, vor allem landesrechtliche, und der Salzlandkreis ist nicht autark, aber so wie er jetzt dasteht, braucht ihn niemand. Politbürokraten und Ministerielle natürlich ausgenommen?

Doch was wäre der Ausweg?

Vielleicht die Rückkehr zu kleineren, überschaubaren Strukturen kommunaler Selbstverwaltung, nein, nicht zum hauptamtlichen Bürgermeister und seiner entsprechenden Verwaltung in jeder Kommune, aber z. B. zur Revitalisierung der Gemeinde als Nukleus bürgerorientierten Daseins demokratischer Zusammenhänge?

Und hörte man nicht in diesem Jahr z. B. Zwischentöne neuer kommunaler Bündnisse, gemeinsamer Wege zwischen der Stadt Aschersleben und Seeland (Ja, wir wissen es natürlich, es muss Stadt Seeland heißen und Ortsteile, weit verteilt in der Fläche … ach, kommen Sie…)?

Es könnte aufregend werden, denn ein knappes Vierteljahrhundert nach der Euphorie und des die Ärmel Hochkrempelns der Vereinigung der beiden Deutschlands scheint die Demokratie in der Ebene erneut an einem Scheideweg angekommen zu sein.

Zu pessimistisch? Mag sein: Und deshalb sei an dieser Stelle allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs und vor allem jenen, die sich hier zu Wort gemeldet haben ein erfolgreiches, glückliches, aber auch spannendes und ereignisreiches Jahr 2014 voll persönlichen Gewinns gewünscht!

 

Ach so: Unser Foto zeigt das Bürgerhaus von Gatersleben. Absichtlich in der Nacht weihnachtlicher Ruhe. Dunkel, geradezu finster, ohne jeden festlichen Schmuck! Symptomatisch? Man gerät ins Grübeln …


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Eine regional- und kommunalpolitische Informations- und Kommunikationsplattform für den Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt).

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