Politisches Salzland

Aktuelle Diskussionen in der Region

Yes, we can! Und wer nun in Giersleben?

Ja, es ist englisch.

Nun sagen Sie aber bitte nicht, sie kennen diesen schon legendären Wahlkampfslogan des Barack Obama nicht. Und auf ihn (den Slogan) traf man gestern am Abend in der schönen Schule in Giersleben an der Wipper irgendwie erneut, als sich die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl – Amtsinhaber Peter Rietsch und Jana Richter, die Herausforderin – ihren Wählerinnen und Wählern vorstellten.

Wir haben gerungen um „die Herausforderin“, aber nicht zuletzt sieht sich der amtierende Bürgermeister in einem Box- oder Ringkampf um sein Amt, das war offenkundig. Doch streitet man erkennbar nicht in der gleichen Gewichtsklasse und die schlanke Frau musste sich schon ab und zu einen Schlag unter die Gürtellinie gefallen lassen.

Wie schon im vergangenen Jahr bei der Bürgermeisterwahl in Egeln, nahm auch POLITISCHES SALZLAND die Einladung zum Wählerforum in der Wippergemeinde dankend an (Wahlleiter Kurt Hoffmann nannte es bei der Begrüßung das erste. Wird es noch ein zweites geben?). Doch diesmal war es weniger parteipolitisch gefärbt, aber kooperativ, sondern kontroverser und oftmals am Thema vorbei.

Es ging nämlich weniger darum, welche Person als primus inter pares, als Erste oder Erster unter Gleichen, die selbstbewusste Gemeinde durch die Untiefen der nächsten sieben Jahre steuern soll, sondern vor allem darum, wo man sich kommunalverwaltungsseitig verorten will. Weiter bei der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Wipper oder möglicherweise in einer Stadt Aschersleben. Als gäbe es am 24. Februar den seit Jahren geforderten, heftig umstrittenen und gar gerichtlich alimentierten Bürgerentscheid und nicht die Wahl des Gemeindeoberhauptes.

Wir zitieren Peter Rietsch. Gleich zweimal:

„Es geht nicht um Peter Rietsch oder Jana Richter, es geht um Giersleben und die Verwaltungsgemeinschaft oder Aschersleben.“

und

„Wollen Sie eigenständig bleiben oder das der Ort geschliffen wird?“

Welch Abgrund einer Alternative!? 🙁

Richter blieb recht ruhig, manchmal leider etwas leise, Poltern und Platzhirschverhalten sind ihre Sache erkennbar nicht und manchmal war sie von schon beängstigender Ehrlichkeit. In vieles habe sie keine Einblicke, auch weil dies verwehrt werde, sie wolle nur ihrer neuen Heimat das Beste tun, gemeinsam mit allen Bürgern. Nur so gehe es, nichts solle den Einwohnern verschlossen bleiben, die hohen Wogen der nahen Zukunft werde man nur zusammen meistern. Über alle Missliebigkeiten im Ort hinweg.

Auffällig für den Beobachter auch die selbstgefälligen Vergangenheitshymnen des amtierenden Bürgermeisters (obwohl Moderator René Kiel (VOLKSSTIMME) zu Beginn erklärte, dies möge unterbleiben), die ihn sich zur Wortneuschöpfung „Superhöchststand“ aufschwingen ließen. An manchen Stellen blitzte auch die Giersleber Zeitrechnung durch: Es ist nicht 2013, sondern das Jahr 14 n. R. Nach Rietsch, denn diese Epoche begann 1999. Alles andere war (Zitat) „vor uns“. Also negativ.

Nicht immer war alles richtig zu verstehen, es gab erkenn- besser hörbar die schlechten Plätze, manchmal übertönte auch mehr oder minder lautstarker Unmut den Veranstaltungsverlauf. Vor allem als ein für uns (und viele) namentlich unbekannter Stadtrat aus Staßfurt als Gast präsidial das Wort ergriff und unter Verweis auf die Kommunalschuldenproblematik wider einer Fusion mit Aschersleben sprach. Er ließ sich auch nicht durch lautstark aus dem Auditorium vorgetragenen Protest, was er denn hier damit wolle, verdrängen.

Interessant nur, was er so erklärte: Giersleben habe 155 EURO Schulden je Einwohner, Aschersleben über 2.000. Denn kurz zuvor hatte der Bürgermeister 230.000 EURO Gemeindeschulden genannt. Dies aber wären 220 EURO je Einwohner, nimmt man als Bezugsgröße die 1.043 Bürger vom 31. 12. 2011. Wessen Zahlen stimmen nun?

Nicht die einzige Ungereimtheit des Abends, der dem Beobachter (der ganz persönliche Eindruck!) Pro Amtsträger inszeniert erschien, dafür sprachen eine im Hintergrund ablaufende PowerPoint-Präsentation mit Erfolgsfotos und Zitaten des Aschersleber Oberbürgermeisters Andreas Michelmann und der missglückte Versuch des Moderators, sich gegen 19:20 Uhr als der Günter Jauch von Giersleben zu präsentieren: Als Bürgermeister/in sei es wichtig, seine Gemeinde zu kennen. Also: „Wem ist der Gedenkstein auf dem Hof neben der Schule gewidmet?“. Lautstarkes Gemurmel brandete auf und die Frage nach der Größe der Gemarkung Giersleben ging dann schon fast unter. Peinlich und albern!

Irgendwie hinterließ dieses Wählerforum einen faden Nachgeschmack. Gerade deshalb wünschen wir den Gierslebern, dass sie am Sonntag ein klares Votum für die Zukunft ihres Ortes abgeben und sich als der wahre Souverän erweisen.

Eines hat der Ort an der Wipper aber erkennbar nötig: Eine Person an der Spitze des Gemeinde, die nicht nur alle an einen Tisch holen kann, sondern es vor allem auch will.

Das sehen wir zuerst bei Jana Richter.

Übrigens: Nach der Veranstaltung überholte uns auf dem Nachhauseweg ein Mann unbekannten Alters, im Gespräch mit seinem Begleiter vertieft: Er sei froh, dass (Zitat) „er da raus sei“ und nannte das Datum 3. November. Wir haben da so unsere Vermutungen und können ihn verstehen.

Und das ist das Schöne hier, wir dürfen uns bekennen, das Medium Zeitung muss möglichst neutral bleiben.

Wir sahen von der MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG gestern Lokalchefin Kerstin Beier. Und dürfen nun gespannt sein …

Daher: Fortsetzung folgt!

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10 Responses to “Yes, we can! Und wer nun in Giersleben?”

  • Anonym sagt:

    Man muss sich doch sehr wundern, wie ein angeblicher Dr. als Website-Inhaber hier solchen Müll schreiben bzw. frei geben kann.

    Unbegreiflich ist es, wie sich hier Leute erlauben, über Giersleben zu richten obwohl sie null Bezug zum Ort geschweige denn Hintergrundwissen besitzen oder gerade mal 3-4 Jahren dort wohnhaft sind. Man hat auch gestern gesehen auf welchem geistigen Niveau diese Zwischenrufe basieren als der Stassfurter Stadtrat sich zu Wort meldete. Die, die am lautesten schrien, mit Beleidigungen der übelsten Art waren zugezogene Giersleber!! Frau Richter musste hochstehen und mit dem Zeigefinger zum Mund ihre Meute im Zaum halten. Und mit diesem Anhang soll diese Dame Bürgermeisterin eines Ortes werden und im großen Miteinander regieren. Na Servus.

    Was sie gestern hervorragend gemacht hat, viel geredet und im Enddefekt nichts aber auch gar nichts gesagt. Sie könne nichts versprechen, war die mehrfache Aussage, dies ist vielleicht noch verständlich da sie als Bürgermeisterkandidatin ohne jegliche kommunalpolitische Erfahrung dazu keine verbindliche Aussage treffen kann. Aber wenn ich nicht mal Ziele formulieren kann, ist man wohl kaum die richtige Person für solch ein Amt. Wie lange soll es denn dauern bis sich Frau Richter in die Amtsgeschäfte einarbeitet, als Mutter von 4 Kindern und Unternehmerin von 3 Pflegeheimen.

    Das schlimmste an der ganzen Misere ist, dass Frau Beier als angebliche Lokalchefin der MZ hier die Richtung vorgegeben wird und natürlich auch befangen ist, führt man sich ihre letzten Artikel über Giersleben zu Gemüte.

    Tut uns allen den Gefallen, schließt die Plattform oder geht anderen Orten auf den Sack!!! Danke.

  • Stephan Richter sagt:

    Hallo Herr Anonym,

    ich persönlich bezweifle, dass Sie wirklich ein Giersleber sind, denn wir verstecken uns nicht und können uns auch respektvoll artikulieren. Sie nicht.

    Hochachtungsvoll und mit unternehmerischen Grüßen,

    Stephan Richter

  • Anonym sagt:

    Da kräht schon der nächste Zugezogene!!!! Euch fehlt doch die Identifikation zum Ort, sonst würdet Ihr nicht solch eine Schlammschlacht auf diversen öffentlichen Plattformen austragen. Ich gehe dann davon aus, betroffene Hunde bellen und Du gibst diese geistige Onanie auf dieser Plattform frei, also versteckst Du Dich letztendlich auch nur?? Und wer hier nicht respektvoll artikulieren kann, sehen wir doch alle an diesem Artikel hier.

    Was war denn am 3.11.? Ihr wisst ja noch nicht mal welcher 3. November gemeint ist. Nur Vermutungen, fehlendes bereits angesprochenes Hintergrundwissen!!! Ihr zieht hier Leute mit rein, die es vielleicht gar nicht wollen, ich kann mir denken welcher 3.11. gemeint war und wer diese Aussage an diesem Abend im Überholvorgang „auf dem Nachhauseweg“ nur getroffen haben kann!!!! Was hat das aber hier zu suchen????

    Hochachtungsvoll und mit unternehmerischen Grüßen kannst Du Dir klemmen.

    Von Personen mit menschlicher Größe erwarte ich ein „Mit freundlichen Grüßen“!! Wenn Ihr auch nicht kritikfähig seid, dann zieht Euch doch endlich zurück und versucht das Rad in Giersleben nicht neu zu erfinden!! Denn IHR seid nicht Giersleben!!!!

  • Aktuelles sagt:

    Sehr geehrte Frau oder Herr Anonym,
    leider ist es uns nicht möglich, Sie direkt anzusprechen, da Sie die Leser hier über Ihre Identität im Unklaren lassen und auch nicht zu erkennen geben, worauf sich Ihre plakativen Vorwürfe gründen.
    Da Sie zudem von persönlichen Beleidigungen nicht Abstand nehmen wollen, haben wir die automatische Freischaltung Ihrer Kommentare ausgesetzt.
    Wir freuen uns aber immer auf Ihre sachlich-kritische Stimme.

    Mit freundlichen Grüßen
    POLITISCHES SALZLAND.DE

  • Stephan Richter sagt:

    Hallo Herr Anonym,

    an Ihrer überzogenen Satzzeichennutzung lässt sich gut Ihr Puls erkennen. In welchem Zeitalter Sie im Denken leben, wenn Sie eine Bewertung nach „Zugezogen“ und was eigentlich, „Eingeboren“?, vornehmen, spricht für sich.

    Auch Sie können nicht genug eigene Kinder haben und kriegen, um Giersleben vor dem Einwohnerverlust retten zu können, der ohne Zuzug von außen mit Sicherheit noch schneller stattfinden wird. Also achten Sie darauf, wovon Giersleben in Zukunft leben kann, wenn von außen nichts hinzu kommt.

    Ich, als größter Arbeitgeber in Giersleben, zugezogen versteht sich, mit 4 Giersleber Kindern, denke nicht, dass Sie in einer Position sind, groß zu tönen. Ich wohne, arbeite und schaffe Arbeit in Giersleben. Was vollbringen Sie vergleichbares in Giersleben, das Ihrem Standpunkt wirklich Kraft gibt? Bisher können Sie nicht das geringste vorweisen. Was Sie sagen, kling somit nach viel heißer Luft. Womit wir bei einem anderen sachlichen Thema angekommen sind.

    Ein gern genutztes Thema für erfolgreiche Investition in den Ort als Ergebnis der Gemeinderatsarbeit sind die Windräder. Aber Windkraftanlagenbauer gibt es in Giersleben nicht. Die Betreiberfirmen der Windkraftanlagen gehören keinem Giersleber und haben ihren Sitz auch nicht in Giersleben, oder irre ich? Und für Giersleber ist der Strom wegen der umherstehenden Windkraftanlagen auch nicht günstiger – was für mich am unverständlichsten ist. Der Nutzen für die Giersleber ist daher für mich noch ein Rätzel, was die Windkraft angeht.

    Und, wenn Sie mich so gut kennen, dass Sie mich duzen, sollten Sie umso mehr Ihre Identität hier preisgeben. Alles andere ist einfach Feigheit.

    Hochachtungsvoll und mit unternehmerischen Grüßen aus Giersleben,

    Stephan Richter

  • […] jedenfalls suggeriert die heftige anonyme Reaktion auf unseren Beitrag zum Wählerforum im schönen und zurecht stolzen Giersleben an der Wipper am vergangenen […]

  • Ete sagt:

    Liebe Lesergemeinde und Herr Anonymus,
    wir denken und wissen doch alle wer Herr Anonymus ist. Mit Lügen, Selbstdarstellung und Drohungen kommt man nicht weit. Aber wir lassen uns nicht drohen!
    Auch ich bin seit 15 Jahren in Giersleben heimisch und möchte nicht über Giersleben richten, denn hier habe ich wahre Freunde gefunden und zahlreiche glückliche Stunden verbracht, die mir ein kleiner „anonymer Möchtegern“ nicht nehmen kann. Ich stehe zu meinem Dorf!
    Ach so, Abt. geistiges Niveau, da lässt sich ja darüber streiten, wenn man mit seinem Laptop, Beamer oder Handy stört und dann noch Herr „jauch“ der den Regler des Microphons der
    Kanditatin runter dreht. Na Danke!
    Wer hat eigentlich den abgedroschenen Stadtrat aus SFT. eingeladen? Na wer wohl ? Nur um alte Leute einzuschüchtern um zu sagen wie teuer alles wird, das wird es auch mit dem alten Bürgermeister. Es ging an diesem Abend um die Vorstellung der Kanditaten des Ortsbürgermeisters – nichts weiter. Oder war er vielleicht der Geheimkanditat?, um uns später
    an SFT zu verschachern wenn Güsten Pleite ist ?
    Ich glaube auch nicht ,dass jemand wegen seines religiösen Glaubens nicht auf die EOS gekommen ist ,da kann er ja wegen Verfolgter des DDR Regimes , seinen Anwalt einschalten.

    Ich könnte noch Stundenlang weitermachen, auch ich bin ein Kämpfer und lasse mich von keinen drohen und einschüchtern . Deshalb biite das ich jeder Zugezogene und Alt Gierslebener zur Wahl geht und sein Kreuz an der richtigen Stelle macht. Frank Serowiecki

    • echtergierslebener sagt:

      Dein geisiges Niveau hast du und dein Sohn am Montag gezeigt……!!!!!! Frau Richter mußte mit dem Finger auf dem Mund dich und deine Mitstreiter beruhigen……na besten Dank das ihr euch GIERSLEBENER nennt……Traurig!!!!!!!!!!!!!!!!

      • Jana Richter sagt:

        Sehr geehrter echter Gierslebener,

        ich habe am Montag den Finger auf den Mund gelegt, weil ich es insgesamt zu laut fand. Ich meinte damit keine bestimmte Person. Auch wenn sich gerade Her Wiest nicht an die Regel gehalten hat, dass man nicht dazwischen redet, wenn jemand spricht, habe ich mir gewünscht, dass wir Giersleber mit gutem Beispiel voran gehen. Ich kann jedoch auch sehr verstehen, dass viele Leute aufgebracht waren, da nie die Rede davon war, dass die Kandidaten Gastredner mitbringen können und es ja wohl offensichtlich war, dass Herr Wiest mit seinen Äußerungen Ängste schüren und gegen mich aufbringen wollte. Als ehemaliger Staßfurter Stadtrat steht es ihm selbstverständlich wie jedem anderen Bürger zu, zu einer solchen Veranstaltung als Gast zu kommen. Doch wie jeder andere Gast sollte auch er sich angemessen verhalten.

        Beste Grüße, Jana Richter

  • Gisi sagt:

    Erzählt bloß niemanden, wie alt ihr seid.. Wenn man hier einige Kommentare liest, könnte man denken, man sei noch im Kindergarten. Jeder denkt an sich und seine eigenen Vorteile. Und ihr wollt etwas schaffen??? Das fängt schon bei der Kommunikation an. Ich habe mich echt erschrocken, wie Herr Rietsch mit seinen Bürgern umspringt. Der Ton macht die Musik, also wundert euch nicht jedes Mal, wenn dumme Zwischenrufe kommen! Was spricht eigentlich dagegen „Herr Anonym“, dass Frau Richter 4 Kinder hat und eine erfolgreiche Unternehmerin ist??? Sie kann ihren Posten trotzalledem genauso gut meistern, das sind nur dumme Argumente!! Zumindestens legt sie schon mal einen vernünftigeren Ton auf und das ist viel Wert!


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