Politisches Salzland

Aktuelle Diskussionen in der Region

Tragfähige Lösung oder Kompromiss zum Verzweifeln?

Das Jahr 2013 ist bereits fast einen Monat lang in vollem Gange, wir wünschen Ihnen ein spannendes und kommunalpolitisch interessantes Jahr.

Die regionale Politik hat sich mit den beliebten Neujahrsempfängen „warm gelaufen“, nette Ansprachen, ein Gläschen Schampus und schon mal durchgeladen für den Bundestagswahlkampf 2013. Die lokalpolitischen Vorhaben für 2013 haben wir übersehen oder sie waren ohnehin nur schwach wahrnehmbar.

Und auch der Salzlandkreis selbst war mit sich zufrieden, na ja, ein paar Hänger, aber im Großen und Ganzen …

Wir werden uns aber hier auf dieser Plattform zum gegebenen Zeitpunkt auch anders erinnern.

Dazu zwei Vorbemerkungen:

  • POLITISCHES SALZLAND übernimmt keinesfalls unkritisch und wortgleich Pressemitteilungen und andere Texte von Firmen, Institutionen, politischen Parteien und Gruppierungen. Damit können und müssen Sie rechnen.
  • Auch weiterhin wird „Schwamm drüber!“ unsere Sache nicht sein. Hoffnungen, manches kommunalpolitische Ding würde sich durch hartnäckiges Schweigen von selbst erledigen, sollte sich niemand hingeben. Gerade 2013 werden wir klar benennen, dass es uns um die Dinge vor Ort geht und nicht den warmen Sessel im Deutschen Bundestag oder die Dienstlimousine in Magdeburg. Das gilt besonders für die Vorhaben und Ziele in den Kreisverbänden der der sogenannten „Volksparteien“.

Und so wollen wir gleich deutlich werden:

Unkommentiert veröffentlichte heute das SALZLAND JOURNAL eine Pressemeldung der Geschäftsführung der AMEOS-Kliniken im Salzlandkreis unter dem Titel „Überwältigender Zuspruch bei Vereinbarung zur Arbeitsreduktion“, eine Siegesmeldung der Arbeitgeberseite wie ein Trompetenstoß. Man sah förmlich die Chefs mit klingendem Spiel durch einen Triumphbogen ziehen.

Nun kommt das Ende dieser AMEOS-Geschichte wahrlich nicht unerwartet, doch wollen wir es auch als das bezeichnen, was es ist:

Eine gelungene, vollzogene soziale Erpressung eines Großteils der Schwestern, Pflege- und technischen Kräfte der AMEOS-Kliniken im Salzlandkreis gemäß des Grundsatzes „Friss Vogel oder stirb!“.

Was blieb denn den Betroffenen anderes übrig, wollten oder konnten sie doch nicht ausschließen, einer bzw. eine von 360 Angestellten zu sein, denen die Entlassung und der Abstieg in die Arbeitslosigkeit drohte?

Einzig der SUPER SONNTAG sprach am 13. Januar klar aus, was das Geschehen war: „Ein Kompromiss zum Verzweifeln“ und ließ anonym eine Mitarbeiterin zu Wort kommen:

Wenn wir unterschreiben, gehen wir arbeiten ohne davon leben zu können. Unterschreiben wir nicht, sitzen wir morgen auf der Straße.

Das passte gut zu „Klinik-Mitarbeiter widersprechen Ameos-Management“ (MITTELDEUTSCHE ZEITUNG Bernburg vom 21. Dezember 2012) und „Miese Stimmung“ (MITTELDEUTSCHE ZEITUNG Aschersleben vom 20. Dezember 2012).

Doch Herr Torsten Adam, Autor dieses Beitrags, „besann“ sich und kommentierte am 4. Januar 2013 im gleichen Blatt:

Die Mitarbeiter sind gut beraten, der vorgelegten Lösung zuzustimmen, damit wieder Ruhe in die Häuser einkehren kann.

Seine Meinung „Tragfähige Lösung“.

Der heute selbstzufrieden verkündete Vollzug der sozial kalten betriebswirtschaftlichen Sanierung der defizitären AMEOS-Kliniken kommt weder unerwartet, noch wäre er unlogisch. Er ist eine Konsequenz der Systematik der Gesellschaft, in der wir leben und als die einst kreiseigene Klinik-Holding 2012 in einem skandalträchtigen Verfahren privatisiert wurde, war das allen politischen Akteuren klar. Nur sprach es niemand aus.

Und in den nachfolgenden Monaten unternahmen weder irgendwelche Kräfte, schon gar keine Partei, und vor allem die ncht jetzt wetternde Gewerkschaft verdi irgendetwas Erkennbares, um das Unvermeidliche wenigstens abzufedern. Kraft-, saft- und zahnlos.

Eine bittere Wahrheit.

Aber man kann sich ihrer durchaus erinnern, wenn demnächst wieder um Wählerstimmen gebuhlt wird.

 


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